Sie wurden im letzten Jahr von der Hamburger Umweltbehörde als Bildungsakteurin im Bereich Design im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung  mit dem NUN-Zertifikat ausgezeichnet. Wie sieht Ihre Bildungsarbeit aus?

Design steht immer im Kontext gesellschaftsrelevanter Fragestellungen. Eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung benötigt Inspiration, Ideenbildung und Umsetzung. Ein wechselseitiger Prozess ist somit Voraussetzung für innovative Wege der Lösungsfindung. Meine Arbeit steht also immer im Kontext konkreter Fragestellungen, die alle vier  Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kultur) miteinander verknüpfen.

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„Nur neue Bilder im Kopf lassen neue Ideen entstehen“ – unter diesem Titel wird Susanne Klaar, Geschäftsführerin von Klaar Design, die Arbeitsweisen des Service Design mit Themen einer nachhaltigen Entwicklung zu innovativen Bildungsangeboten in einem Vortrag vorstellen.

Im Rahmen des diesjährigen NUN-Vernetzungstreffen: Kurz mal reingeschaut – Bildungsarbeit von NUN-Zertifizierten im Schlaglicht, gab ich als Bildungspartnerin für Nachhaltigkeit Einblick in meine Arbeit bei Klaar Design.

Termin
Donnerstag, 1. Dezember 2016

Veranstaltungsort
Gut Karlshöhe
Karlshöhe 60d
22175 Hamburg
Seminarraum im Stallgebäude

Beginn
15 Uhr

 

 

 

 

Vortrag zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation: Mehr als nur Aufklärung“

Was macht eine gute Nachhaltigkeitskommunikation aus? Wie kann ein Unternehmen seine Nachhaltigkeitsaktivitäten und seine nachhaltige Produktgestaltung kommunizieren, ohne dass dies als „Greenwashing“ abgetan wird? Einige Schlüsselfaktoren liegen hierbei in der Methodik. So können beispielsweise Service Design Thinking, Connective Branding oder eine strategische Marktpositionierung die Antwort liefern. Mit unserem Vortrag geben wir einen Einblick in die Welt der Nachhaltigkeitskommunikation und die Arbeit von Klaar Design.

Termin
Dienstag, 29. November 2016

Veranstaltungsort
Hofweg 71, 22085 Hamburg

Beginn
18 Uhr

Eintritt ist frei

 

Hamburg, 30. Juni 2016 

Staatsrat Michael Pollmann zeichnete gestern Nachmittag im Rahmen einer Fachveranstaltung in der Hamburger Umweltbehörde die drei Bildungsakteurinnen Grit Jacobasch, Anita Nemeth-Hesemann und Susanne Klaar mit dem NUN-Zertifikat aus. Damit bescheinigte er ihnen, dass sie hochwertige Bildungsangebote in den Bereichen Umweltbildung, Tourismus und Design im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gestalten und sich für eine wichtige Sache engagieren: „Mit ihrer Bildungsarbeit tragen diese außerschulischen Bildungspartnerinnen das wichtige Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung in die verschiedensten Bereiche unserer Gesellschaft“, unterstrich der Staatsrat für Umwelt und Energie das Engagement der Ausgezeichneten.

BU: Anita Nemeth-Hesemann (li), Grit Jacobasch (mi) und Susanne Klaar (re) freuen sich über die NUN-Urkunde und die NUN-Plakette, die sie von Staatsrat Michael Pollmann (2.v.re.) erhalten haben.

NUN steht für „norddeutsch und nachhaltig“ und zeichnet Bildungsakteure aus, die in ihren Angeboten zukunftsrelevante Themen wie Klimawandel, Ernährung, Biodiversität oder Gerechtigkeit umfassend aufgreifen und sich dabei überzeugend an dem Konzept von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung orientieren. Die Zertifizierung macht die Qualität sichtbar und bietet Kitas, Schulen, anderen Institutionen oder auch Einzelpersonen eine Orientierung bei der Wahl außerschulischer Bildungsangebote.

Die Stadt Hamburg vergibt das NUN-Zertifikat seit 2013. Die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung organisiert das Auszeichnungsverfahren und gestaltet den parallel ablaufenden Qualitätsentwicklungsprozess für die Bildungsanbieter im Auftrag und in Kooperation mit der Behörde für Umwelt und Energie.

Anita Nemeth-Hesemann (li), Grit Jacobasch (mi) und Susanne Klaar (re) freuen sich über die NUN-Urkunde und die NUN-Plakette, die sie von Staatsrat Michael Pollmann (2.v.re.) erhalten haben.

Anita Nemeth-Hesemann (li), Grit Jacobasch (mi) und Susanne Klaar (re) freuen sich über die NUN-Urkunde und die NUN-Plakette, die sie von Staatsrat Michael Pollmann (2.v.re.) erhalten haben.

Die Zertifizierten: 

Grit Jacobasch begleitet als selbstständige Natur- und Umweltpädagogin vor allem Kindergruppen, aber auch Multiplikatoren in den naturnahen Raum und eröffnet ihren Teilnehmenden so neue Perspektiven auf die Themen einer nachhaltigen Entwicklung.

Anita Nemeth-Hesemann besetzt mit ihrem Unternehmen „ländlich unterwegs“ eine Schnittstelle, die Verbraucherbildung, Regionalität und nachhaltigen Tourismus zusammen bringt. Sie bietet Ihren Kunden vielfältige Ausflüge in das Hamburger Umland.

Susanne Klaar bringt Design und Themen einer nachhaltigen Entwicklung zusammen. Sie entwickelt transmediale Projekte, berät Akteure von Wirtschaft bis Kultur und macht Bildungsprojekte für nachhaltige Entwicklung durch visuelle Kommunikation sichtbar und verständlich.

Weitere Informationen zur NUN-Zertifizierung:

http://www.hamburg.de/nun-zertifizierung

http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/6472570/2016-06-30-bue-nun-zertifikat/

 

Zukunft unter Strom: Herausforderungen, Chancen und Perspektiven der Energiewende verstehen und verantwortlich umsetzen

Beitrag von Susanne Klaar

Visuelle Codes als Treibstoff der Energiewende

Springer Gabler Verlag, Sommer 2015
9783662465820

Herausgeber
Hildebrandt, Alexandra,
Landhäußer, Werner (Hrsg.)

Informationen vom Verlag

Produktflyer

Im Kapitel „Energie im Blick: anders sehen – besser wahrnehmen – einfach verstehen“ stelle ich die visuellen Codes als Treibstoff der Energiewende vor.

Das Buch erscheint im Sommer 2015 im Springer Verlag, Heidelberg, und wird herausgegeben von Dr. Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. Mit Vorworten von Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Mechthild Wörsdörfer, Direktorin für Energiepolitik, Generaldirektion Energie, Europäische Kommission, Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan, Wolfgang Saam, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft e.V.

Kontakt
Susanne Klaar
susanne@klaar-design.com
Klaar

Brand Design, Service Design und Design Research

Borsteler Bogen 27 A / Loft 10
22453 Hamburg
 
T +49 40 55289134
www.klaar-design.com

Rückblick und Vorblick 

Vor zwei Wochen fand an der Hochschule der Populären Künste in Berlin die Tagung Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation statt. Hier trafen Wissenschaft und Praxis zusammen um einen Blick in das komplexe Thema der Nachhaltigkeitskommunikation zu werfen. Die beiden Tage waren mit hochkarätigen Vorträgen gespickt. In die verschiedensten Kontexte wurde das Thema gesetzt. Einige der Vorträge sind auf der Webseite bereits abgelegt. Mich hat diese Vielschichtigkeit weiter inspiriert und motiviert. Die Tagung begann mit dem Cluster Ästhetik, gefolgt von Theorie, Unternehmen, Psychologie, Bildung und Zielgruppen. Ich durfte zu folgendem Thema referieren:

Kollektive Identität jenseits der Corporate Social Responsibility

Die Gesellschaft erlebt große Verschiebungen in den Strukturen durch Auswirkungen der Globalisierung. Die vielfältigen und multikulturellen gesellschaftlichen Realitäten fordern neue Herausforderungen für alle Beteiligten (Sender und Empfänger) der Nachhaltigkeitskommunikation. „Die Kommunikation von Nachhaltigkeit“ wächst proportional mit der Entwicklung von hybriden Kontexten und fordert ein neues Engagement mit innovativen Qualitätsmaßstäben. Der vollständige Vortrag wird in Kürze an anderer Stelle zur Verfügung stehen. Bei Interesse senden Sie mir gern Ihre Kontaktdaten zu.

Einen guten und detailierten Rückblick von Kilian Rüfer gibt es hier: http://blog.sustainment.de/Januar2015/Nachhaltigkeitskommunikation

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Vom 29. bis 31. Januar 2015 findet an der SHR Hochschule der populären Künste in Berlin eine Tagung statt. „Qualitäten der Nachhaltigkeitskommunikation“ lautet der Titel des Veranstaltungsformates. Der Begriff Qualität umfasst in seiner Bedeutung sowohl eine Beschreibung von Merkmalen als auch einen Bewertungsmaßstab für die Beschaffenheit eines Phänomens. Beide Interpretationen sollen in der Tagung ausgelotet werden: Wie stellen sich die besonderen Merkmale der Nachhaltigkeitskommunikation heute dar? Wie sind diese in Hinblick auf ihre kom- munikativen Ziele zu bewerten? Lassen sich Qualitätsmaßstäbe setzen? Gibt es Standards für gute Nachhaltigkeitskommunikation?

Die Referenten stellen theoretische, empirische, konzeptionelle oder praktische Arbeiten vor um mit den anwesenden Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren sowie den Stand der Forschung zu erkennen und um die Ideen weiterzuentwickeln. Im Rahmen der Tagung, die in Sessions aus den Bereichen Ästhetik, Theorie, Unternehmen, Psychologie, Bildung und Zielgruppen gegliedert ist, werden verschiedene Perspektiven präsentiert und interessante Denkanstöße geliefert. Das Programm finden Sie hier.

Susanne Klaar referiert am Freitag, den 30. Januar über die Kollektive Identität jenseits der Corporate Social Responsibility.

Die Anmeldung zur Tagung ist noch möglich.

Es ist uns eine große Freude: das Einjahresprogramm WorkLifeGreen startet. Vielleicht möchtest Du/möchten Sie auch zum WorkLifeGreen Team gehören? Dann schnell anmelden.
Herzliche Grüße Milena & Susanne
Ideen und Know-how für eine nachhaltige Entwicklung im täglichen Arbeiten: Das ist WorkLifeGreen. Zu einem dauerhaft erfolgreichen und gleichzeitig „nachhaltigen“ Arbeitsprozess gehören ÖkologieSozialesÖkonomie und die Kultur, das ist bekannt. Und dass wir für dieses Gleichgewicht auch das rechte Wechselspiel zwischen diesen vier Säulen benötigen, ebenfalls. Als augenzwinkernde Anspielung auf den Begriff Work Life Balance will das Einjahresprogramm WorkLifeGreen bewusst machen, dass in „einem Team“ neue Energie und damit Flow für Bildung und Design für nachhaltige Entwicklung entstehen kann.

Im Januar 2015 starten wir das Einjahresprogramm Worklifegreen. Es verbindet Bildung und Design für nachhaltige Entwicklung.

 

Von der Diskussion zur Aktion
WorkLifeGreen möchte ein schlagkräftiges Team formen, dass für ein Jahr nachhaltige Entwicklung im täglichen Arbeiten integriert und mit neuen Impulsen belebt, aus eigenem Antrieb und durch die Entwicklung und Realisierung gemeinsamer Ideen.

Nachhaltigkeit ist nicht mehr wegzudenken. Viele positive Unternehmungen sind erfolgreich. Doch in einigen Branchen flacht das Interesse aufgrund der großen Aufwendungen und dem Dschungel an Möglichkeiten ab. Diese Phase der Unsicherheit verstehen viele Menschen und Unternehmen als Chance, darüber gezielt nachzudenken, zu optimieren und ihre nachhaltige Entwicklung für die Zukunft auf sichere Beine zu stellen.

WorkLifeGreen will Erfahrungen intensiv austauschenBest Practice Lösungen identifizierenPotenziale erkennenDenkanstöße gewinnen und von anderen LERNEN. Es bringt Experten und Ideensuchende an einen Tisch.

Kontakt: Susanne Klaar, susanne@klaar-design.com, T +49 40 55289134

Disco = ich lerne (lat.) global auf kleinstem Raum

Von Susanne Klaar

Einleitung

Ob in Bussen und Bahnen, an Bahnhöfen oder Flughäfen – nahezu jede zweite Person starrt minutenlang konzentriert, den Kopf verkrampft nach unten geneigt, auf den kleinen Bildschirm des eigenen Smartphones. Zugegeben, niemand würde sich das Gerät in Augenhöhe vor die Nase halten. Was hat das nun mit dem Thema Reduktion zu tun? Ganz einfach. Unsere visuelle Umgebung schrumpft. Der Raum für Gestaltung wird kleiner. Nicht nur unsere Körperhaltung passt sich dieser Miniaturisierung an, auch unsere Lernkultur. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung?


Zusammenfassend:

Dieses Essay untersucht die Frage, was es für uns alle bedeuten könnte, in einer digitalen Welt nicht nur zu projizieren und zu kopieren, sondern zu kommunizieren und zu partizipieren. Intensiv zu lernen – und das meiste aus den Möglichkeiten zu machen, die sich heute für die Digital Natives auftun.


„Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte, weil ich mich nur um die grundlegenden Dinge des Lebens kümmern und sehen wollte, ob ich nicht lernen könnte, was ich zu lehren hätte; damit mir in der Stunde meines Todes die Erkenntnis erspart bliebe, nicht gelebt zu haben. Ich wollte weder leben, was nicht leben war, denn das Leben ist kostbar; noch wollte ich mich der Resignation hingeben, solange dies nicht unvermeidbar wäre. Ich wollte intensiv leben und das Mark des Lebens aussaugen…“
Henry David Thoreau, Walden (1854)

Digital Natives integrieren technische Möglichkeiten wie selbstverständlich in ihren Lebensalltag und damit Lernalltag. Hierbei geht es um eine Veränderung der Lernkultur.

Digital Natives integrieren technische Möglichkeiten wie selbstverständlich in ihren Lebensalltag und damit Lernalltag. Hierbei geht es um eine Veränderung der Lernkultur.

Schule von Athen: Nachhaltige Lektionen über ein ausgeglichenes Leben – ganz ohne Smartphone.Die Schule von Athen (ital. La scuola di Atene) ist ein Fresko des Malers Raffael, das dieser von 1510 bis 1511 in der Stanza della Segnatura des Vatikans (ursprünglich der Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) für Papst Julius II. anfertigte. Das Bild ist Teil eines Zyklus, der neben der „Schule von Athen“, den „Parnass“, die „Disputatio“ (Erläuterung des Altarssakraments) und die „Kardinal- und die göttlichen Tugenden und das Gesetz“ darstellt. Der Titel des Bilds verweist auf die herausragende philosophische Denkschule des antiken Griechenlands, verkörpert von ihren Vorläufern, Hauptvertretern und Nachfolgern. Im Zentrum stehen die Philosophen Platon und Aristoteles. Das Fresko verherrlicht im Sinne der Renaissance das antike Denken als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Philosophie und Wissenschaften.

Schule von Athen: Nachhaltige Lektionen über ein ausgeglichenes Leben – ganz ohne Smartphone. Die Schule von Athen (ital. La scuola di Atene) ist ein Fresko des Malers Raffael, das dieser von 1510 bis 1511 in der Stanza della Segnatura des Vatikans (ursprünglich der Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) für Papst Julius II. anfertigte. Das Bild ist Teil eines Zyklus, der neben der „Schule von Athen“, den „Parnass“, die „Disputatio“ (Erläuterung des Altarssakraments) und die „Kardinal- und die göttlichen Tugenden und das Gesetz“ darstellt. Der Titel des Bilds verweist auf die herausragende philosophische Denkschule des antiken Griechenlands, verkörpert von ihren Vorläufern, Hauptvertretern und Nachfolgern. Im Zentrum stehen die Philosophen Platon und Aristoteles. Das Fresko verherrlicht im Sinne der Renaissance das antike Denken als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Philosophie und Wissenschaften.

Lernprozesse werden convenient

Der Sekundentakt, in dem Texte, Bilder und Videos im Internet verbreitet werden, nimmt rasant zu. Die Absender und das Publikum agiert lokal, die Auswirkungen sind global. Viel Content auf kleinstem Raum. Es ist interessant zu beobachten, dass mit wachsenden Datenmengen die Monitore der Empfangs- und Lesegeräte immer kleiner werden. Demnach müssen Informationen so aufbereitet und gestaltet sein, dass sie auf kleinsten Displays zu erfassen sind. Webseiten zum Beispiel müssen „responsiv“, also an die jeweiligen Eigenschaften der Endgeräte angepasst sein. Das betrifft den Funktionsumfang und die Gestaltung. Diese Entwicklung hat jedoch nur bedingt mit kleineren Displays, einer verbesserten Programmierung, schnellerer Hardware oder funktionalerer Software zu tun. Ausschlaggebend ist der Mensch und sein Verhalten. So rastlos unser Alltag voranschreitet und so „convenient“ alle Lebenslagen für uns sein müssen, so schnell wollen wir auch die vorhandenen Kommunikationskanäle mit Inhalten füllen und uns darüber austauschen. Ein Naturgesetz, das für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen gilt.

Diese veränderte Lernkultur macht sich durch folgende Kriterien bemerkbar:

  • Vernetztes Lernen, sowohl im Tagesgeschäft, im Haus als auch extern. Räumliche und zeitliche Grenzen verschwimmen.
  • Kollaborative Tools gehören zum Lernalltag, vom Chat bis hin zum E-Learning.
  • Suchen statt merken. Die Informationsdichte ist viel zu hoch, um sich alles zu merken.
  • Probieren statt studieren. Hemmungen gegenüber neuen Möglichkeiten sind gering.
  • Soziale Netzwerke haben einen hohen Vertrauensbonus
  • Sammeln von Lösungskomponenten, anstatt das Rad neu zu erfinden
  • schnelle, spontane und persönliche Kommunikation statt langer Meetings
  • Multitasking und Kommunikation auf mehreren Kanälen parallel
  • Hoher Vertrauensvorschuss durch schnelles Agieren im Netz

Ich lerne heute anders

Der Bildungsbegriff verändert sich rasant. Bücher sind in der Regel mehrere Jahre im Einsatz. Lehrer, Ausbilder und Professoren nutzen sie für ihren Frontalunterricht. Heute werden diese Bücher durch aktuelles, vernetztes und interaktives Lernen am Rechner ersetzt. Wir recherchieren online und internationale Interessengruppen und Commmunities bilden sich um hoch spezialisierte Themen und motivieren sich gegenseitig. Wissen wird zur Sucht, denn uns ist bewusst, wie schnell Wissen veraltet. Grundsätzlich gibt es zwei Lernmodi: offen/ansprechbar und geschlossen/konzentriert. Der „offene“ Modus ist unser Instant-Messenger-Status „verfügbar“. Lernen als Aktion per Multitasking, offen für Unterbrechungen und Zufälliges. Der „geschlossene“ Modus zeigt einen ausgeschalteten Instant-Messenger: keine Mails, „ein“ geöffnetes Computerfenster und konzentriertes Lernen.

Icons und Symbole – die (Zeichen-)Sprache der Lernzukunft

Reduzierter Raum zieht auch eine neue Form der (Zeichen-)Sprache im Bildungswesen nach sich. Die jüngeren Generationen wachsen ganz natürlich damit auf. Nicht nur das, sie prägen diese Zeichensprache auch. Botschaften werden auf ein Minimum reduziert und in „Chat-Sprache“ verfasst. Begriffe werden durch Icons ersetzt, denn der Mensch orientiert sich zunehmend an Piktogrammen und Bildmarken. Auch visuell steht das Bildungswesen vor fundamentalen Veränderungen. Im Moment lebt es von seiner Substanz. Das Bildungswesen ist intellektuell und gemessen an seinem Ideenreichtum an einem Wendepunkt. Es darf nicht in die Vergangenheit schauen, sondern in die Zukunft. Lernen ist kollaborativ und öffentlich. Das setzt lebenslanges Lernen voraus. Durch Coaching oder E-Learning ist der Mensch verantwortlich, in seine persönliche Weiterentwicklung zu investieren.

Hashtag: Selfbranding - Braucht jeder einen Blog, Twitteraccount oder eine eigene Webseite zur Reputation?

Hashtag: Selfbranding – Braucht jeder einen Blog, Twitteraccount oder eine eigene Webseite zur Reputation?

Im Netz auffindbar sein ist mittlerweile „State Of The Art“. Den ersten Eindruck, den wir von einem anderen Menschen bekommen, findet meist im Internet statt. Ob Facebook, Twitter, Xing, Pinterest oder Blog: das ist sehr unterschiedlich und hängt von der Zielgruppe ab. Was wird erwartet, wo wird gesucht. Die visuelle Kommunikation hat bereits die Lernstrukturen verändert und eine Prozess im Hinblick auf die Lernen in Netzwerken beeinflusst. Einerseits hat sich die Welt der Kommunikation verändert, andererseits entstanden neue Zugänge zum Wissen, neue „nachhaltige“ Möglichkeiten des Lernens. Wie kann ich den Umgang mit diesem digitalen Angebot optimal für mich gestalten? Wie kann ich mich als Individuum in der digitalen Gesellschaft entfalten? Und: Wie kann mir die Gesellschaft dabei helfen, sowohl mein eigenes Potential in dieser Welt zu erkennen, als auch auf möglichst menschliche Weise mit anderen zusammen lernen? Das „Ich“ im Zusammenhang damit, welches Wissen ich mit anderen teile ist der Katalysator des Lernens und zeigt die Identität der digitalen Technologie. Sie kann Austausch bieten, als Bücherei dienen, Wissensdurst stillen, Freund, Verführer oder auch Gefängnis sein. Das Konzept Eudaimonie, welches Aristoteles vor über zweitausend Jahren entwickelt wurde, steht für eine möglichst tugendhafte Lebensführung: Eine Eigenschaft, die den Menschen unter allen Geschöpfen einzigartig macht. Weniger konsumieren – mehr denken.
Let´s Disco!

Das Essay finden Sie auch hier:

Das open book ist ein Projekt der AG Medien des Runden Tisches der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung

In Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission
Bildung für nachhaltige Entwicklung Gefördert vom BMBF