Warum Design im Kontext gesellschaftsrelevanter Fragestellungen steht? Dazu hat mich Margareta Lemke von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE Eberswalde) interviewt

Sie wurden im letzten Jahr von der Hamburger Umweltbehörde als Bildungsakteurin im Bereich Design im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung  mit dem NUN-Zertifikat ausgezeichnet. Wie sieht Ihre Bildungsarbeit aus?

Design steht immer im Kontext gesellschaftsrelevanter Fragestellungen. Eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung benötigt Inspiration, Ideenbildung und Umsetzung. Ein wechselseitiger Prozess ist somit Voraussetzung für innovative Wege der Lösungsfindung. Meine Arbeit steht also immer im Kontext konkreter Fragestellungen, die alle vier  Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales, Kultur) miteinander verknüpfen.

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Staatsrat zeichnet Hamburger Bildungsakteure für Nachhaltigkeit aus

Hamburg, 30. Juni 2016 

Staatsrat Michael Pollmann zeichnete gestern Nachmittag im Rahmen einer Fachveranstaltung in der Hamburger Umweltbehörde die drei Bildungsakteurinnen Grit Jacobasch, Anita Nemeth-Hesemann und Susanne Klaar mit dem NUN-Zertifikat aus. Damit bescheinigte er ihnen, dass sie hochwertige Bildungsangebote in den Bereichen Umweltbildung, Tourismus und Design im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gestalten und sich für eine wichtige Sache engagieren: „Mit ihrer Bildungsarbeit tragen diese außerschulischen Bildungspartnerinnen das wichtige Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung in die verschiedensten Bereiche unserer Gesellschaft“, unterstrich der Staatsrat für Umwelt und Energie das Engagement der Ausgezeichneten.

BU: Anita Nemeth-Hesemann (li), Grit Jacobasch (mi) und Susanne Klaar (re) freuen sich über die NUN-Urkunde und die NUN-Plakette, die sie von Staatsrat Michael Pollmann (2.v.re.) erhalten haben.

NUN steht für „norddeutsch und nachhaltig“ und zeichnet Bildungsakteure aus, die in ihren Angeboten zukunftsrelevante Themen wie Klimawandel, Ernährung, Biodiversität oder Gerechtigkeit umfassend aufgreifen und sich dabei überzeugend an dem Konzept von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung orientieren. Die Zertifizierung macht die Qualität sichtbar und bietet Kitas, Schulen, anderen Institutionen oder auch Einzelpersonen eine Orientierung bei der Wahl außerschulischer Bildungsangebote.

Die Stadt Hamburg vergibt das NUN-Zertifikat seit 2013. Die S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung organisiert das Auszeichnungsverfahren und gestaltet den parallel ablaufenden Qualitätsentwicklungsprozess für die Bildungsanbieter im Auftrag und in Kooperation mit der Behörde für Umwelt und Energie.

Anita Nemeth-Hesemann (li), Grit Jacobasch (mi) und Susanne Klaar (re) freuen sich über die NUN-Urkunde und die NUN-Plakette, die sie von Staatsrat Michael Pollmann (2.v.re.) erhalten haben.

Anita Nemeth-Hesemann (li), Grit Jacobasch (mi) und Susanne Klaar (re) freuen sich über die NUN-Urkunde und die NUN-Plakette, die sie von Staatsrat Michael Pollmann (2.v.re.) erhalten haben.

Die Zertifizierten: 

Grit Jacobasch begleitet als selbstständige Natur- und Umweltpädagogin vor allem Kindergruppen, aber auch Multiplikatoren in den naturnahen Raum und eröffnet ihren Teilnehmenden so neue Perspektiven auf die Themen einer nachhaltigen Entwicklung.

Anita Nemeth-Hesemann besetzt mit ihrem Unternehmen „ländlich unterwegs“ eine Schnittstelle, die Verbraucherbildung, Regionalität und nachhaltigen Tourismus zusammen bringt. Sie bietet Ihren Kunden vielfältige Ausflüge in das Hamburger Umland.

Susanne Klaar bringt Design und Themen einer nachhaltigen Entwicklung zusammen. Sie entwickelt transmediale Projekte, berät Akteure von Wirtschaft bis Kultur und macht Bildungsprojekte für nachhaltige Entwicklung durch visuelle Kommunikation sichtbar und verständlich.

Weitere Informationen zur NUN-Zertifizierung:

http://www.hamburg.de/nun-zertifizierung

http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/6472570/2016-06-30-bue-nun-zertifikat/

 

Kristina Schreiber bespricht BRANDING TO GO

Als freie Journalistin (u.a. für acquisa, Internet World Business) schreibt Kristina Schreiber am liebsten über E-Commerce und Data. Sie bloggt und berät Unternehmen, wie sich diese in ihren Firmenmedien als Experten positionieren – apropos Content-Strategie, Inhalte mit Mehrwert und Distributions-Taktik in eigenen, bezahlten und Social-Media-Umfeldern.

Hier geht es zur Rezension auf Ihrem Blog:

Wegeleitsysteme in öffentlichen Gebäuden

Das „Wo“ ist entscheidend

Veröffentlicht im Fachmagazin „KU Gesundheitsmanagement“, Ausgabe Juni 2014 und in Auszügen in der Zeitung für Entscheider im Gesundheitswesen „Management & Krankenhaus“, Ausgabe 10/2014

Notwendiges Übel oder kostspieliger Wandschmuck? Die Bedeutung von Orientierungs- und Wegleitsystemen in Krankenhäusern wird vermeintlich unterschätzt. Sind sie doch ein Dienst am Patienten und Besucher und stellen somit auch einen Image-Faktor dar. Wegleitsysteme können allerdings auch Zeit und Nerven rauben. Nämlich dann, wenn sie mangelhaft konzipiert sind und in die Irre führen. Oder auf Grund einer lieblosen Gestaltung mit Ignoranz bestraft werden. Da fragt man doch besser gleich das Krankenhauspersonal nach dem Weg. Ohne gut durchdachte Strukturen und umfassende Kenntnisse findet sich aber auch das Personal nicht zurecht. Geeignete Hilfsmittel und kreative Lösungen schaffen Abhilfe. Eingebettet in Maßnahmen der internen Kommunikation sind den kreativen Möglichkeiten zur Vermittlung der Systematik sowie der Funktionsweise des Wegleitsystems keine Grenzen gesetzt, wie eine interne Kampagne des Kath. Marienkrankenhauses in Hamburg beweist. Und doch ist und bleibt die Konzeption, Installation, Pflege und Etablierung eines Wegleitsystems stets eine informationslogistische Herausforderung.

Wie oft mussten Sie in Ihrem Leben nach dem Weg zu einem bestimmten Ziel fragen? Und warum mussten Sie fragen? Hatten Sie kein Navi, kein GPS oder einfach keinen Plan? Nicht selten werden wir uns unserer Orientierungslosigkeit in öffentlichen Einrichtungen, in Museen, an Flughäfen, an Bahnhöfen, auf Messegeländen oder in Krankenhäusern bewusst. Aus dieser Hilflosigkeit kann uns nur ein Lageplan, eine nette Dame am Empfang oder ein freundlicher Herr an der Information befreien. Das gilt für den Weg hinein und wieder hinaus. Wer zieht schon gerne den Faden der Ariadne durch die architektonischen Labyrinthe unserer Zeit hinter sich her.

Bleiben wir bei dem Thema. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht wie lange am Tag das Personal in einem Krankenhaus damit beschäftigt ist einem Patienten oder einem Besucher den Weg zu erklären? Da kommen einige wertvolle Minuten zusammen. Denn immer wieder steht das Krankenhauspersonal vor der Herausforderung einer ortsfremden Person (Besucher, Patienten) den korrekten Weg zu beschreiben. Das ist nicht immer so leicht. Insbesondere dann nicht, wenn es über die eigene, unmittelbare Arbeitsumgebung hinausgeht. Nicht jeder Mitarbeiter kennt sich zu hundert Prozent am eigenen Arbeitsplatz aus.

Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

– das Krankenhaus ist komplex strukturiert,
– neue Mitarbeiter sind noch nicht mit dem Arbeitsplatz und der Umgebung vertraut,
– Umbaumaßnahmen ziehen Veränderungen und Irritationen nach sich,
– oder das Personal ist gestresst und hat schlicht und ergreifend Wichtigeres zu tun.

Kompliziert wird es, wenn sich das Krankenhaus über mehrere Gebäude erstreckt. Oder wenn Stationen, Kliniken und Institute verschiedenen Bereichen zugewiesen sind. Woran soll man sich nun orientieren? Und wie soll man sich das alles merken?

Jedes Krankenhaus verfügt über ein Orientierungs- und Wegleitsystem. Dabei handelt es sich um Lagepläne, Wegweiser oder Hinweistafeln an den Wänden und Decken im Gebäude sowie um das Gebäude herum. Diese Wegleitsysteme sind eine Hilfe zur Selbsthilfe. Angebracht sind die Wegweiser in der Regel an Schlüsselpunkten wie den Eingangsbereichen, an den Fahrstühlen und Treppenhäusern und in den Bereichen von Weggabelungen. Warum soll man nach dem Weg fragen, wenn doch alle wesentlichen Informationen ausführlich auf Schildern nachzulesen sind? Selbstverständlich sind Orientierungshilfen unverzichtbar. Dennoch können Hinweistafeln nur ein Angebot zur Orientierung und Wegfindung sein. Denn es gibt wichtige Gründe dafür, dass Hinweistafeln oft genug zu einem unbeachteten Wandschmuck degradiert werden.

Patienten oder Besucher sind während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus oft aufgeregt, unsicher, ängstlich und achten nicht unbedingt auf die Wegweiser. Menschen vertrauen vorzugsweise einer mündlichen Wegbeschreibung des Krankenhauspersonals. Oder sie hoffen auf die persönliche Begleitung durch einen Mitarbeiter zum gewünschten Ziel. Das setzt jedoch voraus, dass sich das Personal im Gebäude gut auskennt. Die Frage der Patienten und Besucher nach dem Weg zu einer Fachabteilung oder einem Patientenzimmer beginnt daher häufig mit dem „Wo“. Das „Wo“ ist in diesem Zusammenhang entscheidend – also das Wissen darüber, wo sich eine Abteilung oder ein Bereich befindet, wo es langgeht und woran man sich orientieren kann.

Das „Wo“ impliziert somit zwei wesentliche Aspekte der Wegfindung: Den Standort (Ziel) und den Weg (Zielerreichung).

Das Orientierungs- und Wegleitsystem vereint diese zwei Aspekte und manifestiert sich auf folgenden Informationsträgern:

– Übersichtstafel (wo möchte ich hin?)
– Lageplan (erste Orientierung, wo befinde ich mich?)
– Hinweisschilder (welchen Weg muss ich einschlagen?)
– Standortangaben (ich habe das Ziel erreicht!)

Was macht ein gutes Orientierungs- und Wegleitsystem aus?

Mit einem Orientierungs- und Wegleitsystem verhält es sich wie mit der Außenwerbung. Die Botschaft muss schnell im Vorbeigehen erfassbar sein. Auch auf Distanz. Richtungshinweise und Standortangaben werden den Anforderungen – die man als Nutzer an sie richtet – dann gerecht, wenn der Informationsträger (Material, Verarbeitung, Größe) gut gewählt ist, der Blick (z. B. Blickhöhe) gezielt gelenkt wird und die Informationen nachvollziehbar und merkbar aufbereitet sind. Frei hängende oder zu hoch aufgehängte Hinweisschilder werden oft übersehen und sind daher überflüssig. Der Blick ist in der Regel maximal auf Körperhöhe ausgerichtet und in einem unbekannten Terrain eher dem Boden zugewandt. Denn die Gefahr, dass man über ein Hindernis stolpern könnte, ist zu groß. Bodenmarkierungen (am Fußboden aufgebrachte Folien) sind daher effektiver und können sogar der Wandbeschilderung die Show stehlen. Der Untergrund darf jedoch nicht zu unruhig sein. Bunte Bodenfliesen, wie in älteren Gebäuden oft zu sehen, sind für Bodenmarkierungen nicht ideal.

Orientierungssysteme erfordern eine von modischen Trends freie und dem Corporate Design des Krankenhauses entsprechende Farbgebung und Typografie. Die Schrift muss auch auf Distanz gut lesbar sein. Die einzelnen Elemente des Systems sollten so gestaltet sein, dass sie mit der Architektur und der Inneneinrichtung harmonieren. Und doch sollten sie sich vom Umfeld abheben, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Der Betrachter darf nicht durch andere Reize abgelenkt werden. Beispielsweise darf kein Prospektständer oder eine Pflanze den freien Blick auf eine Hinweistafel versperren. Die „Barrierefreiheit“ muss auch im Zusammenhang mit Wegleitsystemen gewährleistet sein.

Ein wichtiger Faktor ist die Flexibilität des Wegleitsystems. Bei räumlichen Veränderungen muss das System schnell und einfach anzupassen sein. Auch das Raumlicht hat großen Einfluss auf die Wirkung von Hinweistafeln. Nicht jeder Flur ist lichtdurchflutet. Lichtquellen an den Hinweistafeln können Abhilfe schaffen. Mit einer entsprechenden Farbwahl für die Schrift und die Hintergründe lässt sich die Wahrnehmung zusätzlich positiv beeinflussen. Zudem sollte eine Konkurrenzsituation zwischen den Hinweistafeln des Wegleitsystems und den gesetzlich vorgeschriebenen Hinweisen für Notausgänge, Feuermelder oder anderen Notfall- und Rettungshinweisen vermieden werden. Letztere haben natürlich Vorrang vor Hinweistafeln des Wegleitsystems. Daher sollten die Hinweistafeln in ausreichendem Abstand angebracht werden und sich optisch unterscheiden. Das Grün der Hinweise für Notausgänge ist keine gute Farbe für eine Informationstafel des Wegleitsystems.

Orientierungs- und Wegleitsysteme dürfen auch gut aussehen. Individuelle Lösungen schaffen Identität. Unter ökologischen Aspekten kann ein Wegleitsystem, produziert aus nachhaltigen Materialien, zu einem positiven Image beitragen. Auch individuell für das Wegleitsystem gestaltete Piktogramme, Zeichen und Symbole erhöhen die Wirkung und Qualität.

Eine Bereicherung für den (Berufs-)Alltag

Es ist nicht leicht allen Kriterien eines gelungenen Orientierungs- und Wegleitsystems gerecht zu werden. Wichtig ist jedoch, dass der Nutzwert für die Patienten, Besucher und Mitarbeiter in den Mittelpunkt der Bemühungen um ein funktionierendes Orientierungs- und Wegleitsystem gestellt wird. Dazu muss man die Ansprüche der Ziel- und Nutzergruppen kennen. Welche Hürden sehen die Patienten? Welche Hilfen und Informationen wünschen sich Besucher? Welche Maßnahmen bringen Erleichterungen für die Mitarbeiter im Berufsalltag? Mit internen Kommunikationsmaßnahmen bringt die Marketingabteilung des Kath. Marienkrankenhaus in Hamburg den Patienten, Besuchern und den Mitarbeitern das hauseigene Orientierungs- und Wegleitsystem näher. Eine interne Kampagne geht ausführlich auf die Anforderungen der Mitarbeiter an das hauseigene Wegleitsystem sowie auf die Bedürfnisse der Patienten und Mitarbeiter ein.

Im Mittelpunkt dieser Kommunikationsmaßnahme steht die Etablierung der Bereiche des Hauses. Zudem klärt die Kampagne über die Neuerungen des Wegleitsystems auf und bietet neu konzipierte und gestaltete Hilfsmittel zur Wegbeschreibung.

Schon am Empfang erhalten die Besucher einen grafisch speziell aufbereiteten Lageplan zur Orientierung. Dieser Lageplan liegt z. B. als „Zeichenblock“ am Empfang aus. Die Idee dahinter: Eine vollständig überdachte Informationslogistik. Der Plan beschränkt sich auf wesentliche Informationen. Dazu zählen die Orte der Eingangsbereiche, Fahrstühle, Treppenhäuser, Bereiche und Etagen. Die Standorte sind mit einem Kästchen gekennzeichnet. Das Kästchen eines bestimmten Standortes wird einfach angekreuzt. Und der Weg vom Eingang zu einem Standort wird mit einer schlichten Linie eingezeichnet. Die Beschreibung des Weges wird somit kinderleicht. Zur besseren Unterscheidung sind bestimmte Orte farbig markiert. Orte wie zum Beispiel die Verwaltung oder die Cafeteria sind zusätzlich mit einem Piktogramm gekennzeichnet. So erhält der Betrachter verschiedene und nachvollziehbar visualisierte Informationen. Das Prinzip ist intuitiv und einprägsam. Der Lageplan, der im Rahmen der Kampagne entstanden ist, wird auch für die kürzlich erneuerte Website des Marienkrankenhauses adaptiert.

Das Gestaltungskonzept findet sich zudem an ungewöhnlichen Orten wieder und schafft so einen hohen Wiedererkennungswert. Gästen der Cafeteria werden Servietten mit dem aufgedruckten Gebäudeplan zu den Speisen gereicht. Mitarbeiter haben darüber hinaus die Möglichkeit an Gewinnspielen teilzunehmen. Dazu müssen sie Rätsel zum Orientierungs- und Wegleitsystem lösen. Diese Rätsel sind plakativ auf Postern dargestellt und werden in den Häusern verteilt. Die Idee der Poster ist es, den Gebäudeplan immer wieder überraschend zu interpretieren und die Mitarbeiter mit Informationen zum Gebäude oder den Bereichen zu konfrontieren. Auf einem der Poster muss der Betrachter beispielsweise die Ziffern der Bereiche den tatsächlichen Orten zuweisen. Auf einem anderen Poster gilt es, den Weg vom Start durch ein Labyrinth zum Ziel zu finden. Im Zuge der spielerischen Auseinandersetzung mit den räumlichen Gegebenheiten lassen sich Informationen viel besser einprägen. Neue Mitarbeiter erhalten zudem einen informativen Pocket-Plan, der im zusammengefalteten Zustand nicht größer als eine Scheckkarte ist. Und auch das hauseigene Magazin des Marienkrankenhauses „MK News“ widmet sich der Aktion in einer Sonderausgabe.

Die im Januar lancierte Kampagne unter dem Motto „WO“ entstand unter der Leitung von Frau Esther Beck, Referentin Marketing/PR & Fundraising im Marienkrankenhaus. Esther Beck ist sehr zufrieden mit dem Erfolg der Aktion, denn „die Aufmerksamkeit unserer Mitarbeiter für diese Kampagne ist hoch. Dies sehen wir an den positiven Rückmeldungen und an den bereits eingereichten Lösungen unserer Poster-Rätsel.“ Als besonders hilfreich wird vor allem der praktische Faltplan empfunden, der bereits in vielen Kittel- und Hosentaschen getragen wird. „Unsere Kampagne soll ein Anstoß sein, sich dieser Systematik zu nähern“, so Esther Beck zur Zielsetzung der internen Maßnahme.

Mit der Aktion ist zugleich eine Botschaft verbunden: jede Information ist eine „Bereicherung“. Das Wortspiel fasst geschickt die Vorzüge der Einteilung in die neun Bereiche des Marienkrankenhauses, die Bedeutung des Wegleitsystems sowie den Nutzen der Einzelaktionen, die im Rahmen der Kampagne entstanden sind, zusammen.

Das Kommunikationskonzept, das visuelle Erscheinungsbild sowie das Aktionslogo zur Kampagne stammen von Klaar Design in Hamburg. Klaar Design führte zunächst eine Vor-Ort-Recherche durch und analysierte das Orientierungs- und Wegleitsystem im Marienkrankenhaus im Hinblick auf die Funktionsweise, die Didaktik, Hürden und Redundanzen. Die Erkenntnisse ließen die Designer in die Konzeption und Gestaltung der Kommunikationsmedien und Einzelaktionen der Kampagne einfließen. Inspirationen zog das Team auch aus Gesprächen mit Mitarbeitern. So demonstrierte eine Mitarbeiterin am Empfang, wie sie Ratsuchenden den Weg erklärt. Sie griff zu einem Informationsfaltblatt mit einer Gebäudedarstellung und zeichnete mit Kugelschreiber den Weg einfach auf. Das war die Initialzündung für den oben beschriebenen Zeichenblock.

Das Marienkrankenhaus ist eine Einrichtung, die seit 150 Jahren ständig wächst. Bereiche werden umgestaltet, neue Räume werden geschaffen. So sind die Techniker stets mit neuen, teils baulichen, Herausforderungen konfrontiert. Mit jeder Baumaßnahme muss auch das Wegleitsystem angepasst werden. Keine leichte Aufgabe. Das Krankenhaus erstreckt sich über zwei Haupt- sowie zwei Nebengebäude. Die beiden Hauptgebäude sind in die Bereiche eins bis neun unterteilt. Etwa 40 Kliniken, Institute und Zentren sind den neun Bereichen zugeordnet. Das klingt nach Komplexität. Eine Vielzahl hilfreicher Wegweiser mit umfassenden Optionen zur Orientierung an den Wänden und neuerdings auch auf dem Boden helfen die Komplexität zu verstehen. Auch in Zukunft wird das Wegleitsystem angepasst, verändert und erweitert – stets im Sinne der Orientierung und immer für die Patienten, Besucher und Mitarbeiter. Eine informationslogistische Herausforderung, die in ihrer Konsequenz nicht immer auf Zustimmung trifft. Doch ein Krankenhaus ist ein lebendiger Organismus, dem sich ein Wegleitsystem anpassen muss. Somit muss das System flexibel genug sein. Flexibilität ist eine Frage der Kreativität im Umgang mit der informationslogistischen Herausforderung. Richtig kommuniziert und in die interne Kommunikation eingebettet kann Orientierung sogar Spaß machen. Dann erklärt man Patienten und Besuchern garantiert gerne den Weg.

Hier geht es zum Projekt.

Kommunikationskompetenzen als BNE-Herausforderung: Wie das „Internet of Everything“ nachhaltig unsere Lebensgrundlagen verändern wird

Disco = ich lerne (lat.) global auf kleinstem Raum

Von Susanne Klaar

Einleitung

Ob in Bussen und Bahnen, an Bahnhöfen oder Flughäfen – nahezu jede zweite Person starrt minutenlang konzentriert, den Kopf verkrampft nach unten geneigt, auf den kleinen Bildschirm des eigenen Smartphones. Zugegeben, niemand würde sich das Gerät in Augenhöhe vor die Nase halten. Was hat das nun mit dem Thema Reduktion zu tun? Ganz einfach. Unsere visuelle Umgebung schrumpft. Der Raum für Gestaltung wird kleiner. Nicht nur unsere Körperhaltung passt sich dieser Miniaturisierung an, auch unsere Lernkultur. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung?


Zusammenfassend:

Dieses Essay untersucht die Frage, was es für uns alle bedeuten könnte, in einer digitalen Welt nicht nur zu projizieren und zu kopieren, sondern zu kommunizieren und zu partizipieren. Intensiv zu lernen – und das meiste aus den Möglichkeiten zu machen, die sich heute für die Digital Natives auftun.


„Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte, weil ich mich nur um die grundlegenden Dinge des Lebens kümmern und sehen wollte, ob ich nicht lernen könnte, was ich zu lehren hätte; damit mir in der Stunde meines Todes die Erkenntnis erspart bliebe, nicht gelebt zu haben. Ich wollte weder leben, was nicht leben war, denn das Leben ist kostbar; noch wollte ich mich der Resignation hingeben, solange dies nicht unvermeidbar wäre. Ich wollte intensiv leben und das Mark des Lebens aussaugen…“
Henry David Thoreau, Walden (1854)

Digital Natives integrieren technische Möglichkeiten wie selbstverständlich in ihren Lebensalltag und damit Lernalltag. Hierbei geht es um eine Veränderung der Lernkultur.

Digital Natives integrieren technische Möglichkeiten wie selbstverständlich in ihren Lebensalltag und damit Lernalltag. Hierbei geht es um eine Veränderung der Lernkultur.

Schule von Athen: Nachhaltige Lektionen über ein ausgeglichenes Leben – ganz ohne Smartphone.Die Schule von Athen (ital. La scuola di Atene) ist ein Fresko des Malers Raffael, das dieser von 1510 bis 1511 in der Stanza della Segnatura des Vatikans (ursprünglich der Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) für Papst Julius II. anfertigte. Das Bild ist Teil eines Zyklus, der neben der „Schule von Athen“, den „Parnass“, die „Disputatio“ (Erläuterung des Altarssakraments) und die „Kardinal- und die göttlichen Tugenden und das Gesetz“ darstellt. Der Titel des Bilds verweist auf die herausragende philosophische Denkschule des antiken Griechenlands, verkörpert von ihren Vorläufern, Hauptvertretern und Nachfolgern. Im Zentrum stehen die Philosophen Platon und Aristoteles. Das Fresko verherrlicht im Sinne der Renaissance das antike Denken als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Philosophie und Wissenschaften.

Schule von Athen: Nachhaltige Lektionen über ein ausgeglichenes Leben – ganz ohne Smartphone. Die Schule von Athen (ital. La scuola di Atene) ist ein Fresko des Malers Raffael, das dieser von 1510 bis 1511 in der Stanza della Segnatura des Vatikans (ursprünglich der Saal für die Unterschriftsleistung in den Privaträumen des Papstes) für Papst Julius II. anfertigte. Das Bild ist Teil eines Zyklus, der neben der „Schule von Athen“, den „Parnass“, die „Disputatio“ (Erläuterung des Altarssakraments) und die „Kardinal- und die göttlichen Tugenden und das Gesetz“ darstellt. Der Titel des Bilds verweist auf die herausragende philosophische Denkschule des antiken Griechenlands, verkörpert von ihren Vorläufern, Hauptvertretern und Nachfolgern. Im Zentrum stehen die Philosophen Platon und Aristoteles. Das Fresko verherrlicht im Sinne der Renaissance das antike Denken als Ursprung der europäischen Kultur, ihrer Philosophie und Wissenschaften.

Lernprozesse werden convenient

Der Sekundentakt, in dem Texte, Bilder und Videos im Internet verbreitet werden, nimmt rasant zu. Die Absender und das Publikum agiert lokal, die Auswirkungen sind global. Viel Content auf kleinstem Raum. Es ist interessant zu beobachten, dass mit wachsenden Datenmengen die Monitore der Empfangs- und Lesegeräte immer kleiner werden. Demnach müssen Informationen so aufbereitet und gestaltet sein, dass sie auf kleinsten Displays zu erfassen sind. Webseiten zum Beispiel müssen „responsiv“, also an die jeweiligen Eigenschaften der Endgeräte angepasst sein. Das betrifft den Funktionsumfang und die Gestaltung. Diese Entwicklung hat jedoch nur bedingt mit kleineren Displays, einer verbesserten Programmierung, schnellerer Hardware oder funktionalerer Software zu tun. Ausschlaggebend ist der Mensch und sein Verhalten. So rastlos unser Alltag voranschreitet und so „convenient“ alle Lebenslagen für uns sein müssen, so schnell wollen wir auch die vorhandenen Kommunikationskanäle mit Inhalten füllen und uns darüber austauschen. Ein Naturgesetz, das für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen gilt.

Diese veränderte Lernkultur macht sich durch folgende Kriterien bemerkbar:

  • Vernetztes Lernen, sowohl im Tagesgeschäft, im Haus als auch extern. Räumliche und zeitliche Grenzen verschwimmen.
  • Kollaborative Tools gehören zum Lernalltag, vom Chat bis hin zum E-Learning.
  • Suchen statt merken. Die Informationsdichte ist viel zu hoch, um sich alles zu merken.
  • Probieren statt studieren. Hemmungen gegenüber neuen Möglichkeiten sind gering.
  • Soziale Netzwerke haben einen hohen Vertrauensbonus
  • Sammeln von Lösungskomponenten, anstatt das Rad neu zu erfinden
  • schnelle, spontane und persönliche Kommunikation statt langer Meetings
  • Multitasking und Kommunikation auf mehreren Kanälen parallel
  • Hoher Vertrauensvorschuss durch schnelles Agieren im Netz

Ich lerne heute anders

Der Bildungsbegriff verändert sich rasant. Bücher sind in der Regel mehrere Jahre im Einsatz. Lehrer, Ausbilder und Professoren nutzen sie für ihren Frontalunterricht. Heute werden diese Bücher durch aktuelles, vernetztes und interaktives Lernen am Rechner ersetzt. Wir recherchieren online und internationale Interessengruppen und Commmunities bilden sich um hoch spezialisierte Themen und motivieren sich gegenseitig. Wissen wird zur Sucht, denn uns ist bewusst, wie schnell Wissen veraltet. Grundsätzlich gibt es zwei Lernmodi: offen/ansprechbar und geschlossen/konzentriert. Der „offene“ Modus ist unser Instant-Messenger-Status „verfügbar“. Lernen als Aktion per Multitasking, offen für Unterbrechungen und Zufälliges. Der „geschlossene“ Modus zeigt einen ausgeschalteten Instant-Messenger: keine Mails, „ein“ geöffnetes Computerfenster und konzentriertes Lernen.

Icons und Symbole – die (Zeichen-)Sprache der Lernzukunft

Reduzierter Raum zieht auch eine neue Form der (Zeichen-)Sprache im Bildungswesen nach sich. Die jüngeren Generationen wachsen ganz natürlich damit auf. Nicht nur das, sie prägen diese Zeichensprache auch. Botschaften werden auf ein Minimum reduziert und in „Chat-Sprache“ verfasst. Begriffe werden durch Icons ersetzt, denn der Mensch orientiert sich zunehmend an Piktogrammen und Bildmarken. Auch visuell steht das Bildungswesen vor fundamentalen Veränderungen. Im Moment lebt es von seiner Substanz. Das Bildungswesen ist intellektuell und gemessen an seinem Ideenreichtum an einem Wendepunkt. Es darf nicht in die Vergangenheit schauen, sondern in die Zukunft. Lernen ist kollaborativ und öffentlich. Das setzt lebenslanges Lernen voraus. Durch Coaching oder E-Learning ist der Mensch verantwortlich, in seine persönliche Weiterentwicklung zu investieren.

Hashtag: Selfbranding - Braucht jeder einen Blog, Twitteraccount oder eine eigene Webseite zur Reputation?

Hashtag: Selfbranding – Braucht jeder einen Blog, Twitteraccount oder eine eigene Webseite zur Reputation?

Im Netz auffindbar sein ist mittlerweile „State Of The Art“. Den ersten Eindruck, den wir von einem anderen Menschen bekommen, findet meist im Internet statt. Ob Facebook, Twitter, Xing, Pinterest oder Blog: das ist sehr unterschiedlich und hängt von der Zielgruppe ab. Was wird erwartet, wo wird gesucht. Die visuelle Kommunikation hat bereits die Lernstrukturen verändert und eine Prozess im Hinblick auf die Lernen in Netzwerken beeinflusst. Einerseits hat sich die Welt der Kommunikation verändert, andererseits entstanden neue Zugänge zum Wissen, neue „nachhaltige“ Möglichkeiten des Lernens. Wie kann ich den Umgang mit diesem digitalen Angebot optimal für mich gestalten? Wie kann ich mich als Individuum in der digitalen Gesellschaft entfalten? Und: Wie kann mir die Gesellschaft dabei helfen, sowohl mein eigenes Potential in dieser Welt zu erkennen, als auch auf möglichst menschliche Weise mit anderen zusammen lernen? Das „Ich“ im Zusammenhang damit, welches Wissen ich mit anderen teile ist der Katalysator des Lernens und zeigt die Identität der digitalen Technologie. Sie kann Austausch bieten, als Bücherei dienen, Wissensdurst stillen, Freund, Verführer oder auch Gefängnis sein. Das Konzept Eudaimonie, welches Aristoteles vor über zweitausend Jahren entwickelt wurde, steht für eine möglichst tugendhafte Lebensführung: Eine Eigenschaft, die den Menschen unter allen Geschöpfen einzigartig macht. Weniger konsumieren – mehr denken.
Let´s Disco!

Das Essay finden Sie auch hier:

Das open book ist ein Projekt der AG Medien des Runden Tisches der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung

In Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission
Bildung für nachhaltige Entwicklung Gefördert vom BMBF

Reduktion der Fläche

Oder die Miniaturisierung im Design

Bei 85 Prozent der von Nacken- oder Rückenschmerzen geplagten Menschen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin Stern in einem Artikel zum Thema Gesundheit. In diesem Zusammenhang drängt sich eine Theorie auf. Dazu muss man nur die Menschen in Bussen und Bahnen, an Bahnhöfen oder Flughäfen beobachten. Nahezu jede zweite Person starrt minutenlang konzentriert, den Kopf verkrampft nach unten geneigt, auf den kleinen Bildschirm des eigenen Smartphones. Zugegeben, niemand würde sich das Gerät in Augenhöhe vor die Nase halten. Was hat das nun mit dem Thema Reduktion zu tun? Ganz einfach. Unsere visuelle Umgebung schrumpft. Der Raum für Gestaltung wird kleiner. Nicht nur unsere Körperhaltung passt sich dieser Miniaturisierung an, auch unsere Kommunikation. Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf das Design?

Der Sekundentakt, in dem Texte, Bilder und Videos im Internet verbreitet werden, nimmt rasant zu. Die Absender und das Publikum agiert lokal, die Auswirkungen sind global. Viel Content auf kleinstem Raum. Es ist interessant zu beobachten, dass mit wachsenden Datenmengen die Monitore der Empfangs- und Lesegeräte immer kleiner werden. Demnach müssen Informationen so aufbereitet und gestaltet sein, dass sie auf kleinsten Displays zu erfassen sind. Webseiten zum Beispiel müssen „responsiv“, also an die jeweiligen Eigenschaften der Endgeräte angepasst sein. Das betrifft den Funktionsumfang und die Gestaltung. Diese Entwicklung hat jedoch nur bedingt mit kleineren Displays, einer verbesserten Programmierung, schnellerer Hardware oder funktionalerer Software zu tun. Ausschlaggebend sind der Mensch und sein Verhalten. So rastlos unser Alltag voranschreitet und so „convenient“ alle Lebenslagen für uns sein müssen, so schnell wollen wir auch die vorhandenen Kommunikationskanäle mit Inhalten füllen und uns darüber austauschen. Ein Naturgesetz, das für Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen gilt.

Ein Beispiel dafür sind Musiker, die oft zwischen den Engagements reisen oder Manager, die intensiv per Smartphone kommunizieren und internationale Kontakte pflegen. Diesen Berufsgruppen bietet das Musikportal HELLO STAGE ein Forum, das auf die individuellen Ansprüche der Künstler ausgerichtet ist und eine junge Generation von Musikschaffenden anspricht. Die Social-Media-Plattform lädt Solisten, Sänger, Ensembles, Orchester, Manager und Intendanten ein, Teil einer weltweit vernetzten Community zu werden. Die Entwicklung des Designkonzepts stand unter dem Motto „Mobile first“ und ging vom kleinsten gemeinsamen Nenner aus, dem Smartphone. Der visuelle Auftritt entstand quasi unter Berücksichtigung der Markenbildung auf kleinstem Raum, des Nutzerverhaltens der Zielgruppen und der erforderlichen, tourneebedingten Mobilität.

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Icons und Symbole die (Zeichen-)Sprache der Zukunft

Reduzierter Raum zieht auch eine neue Form der (Zeichen-)Sprache nach sich. Die jüngeren Generationen wachsen ganz natürlich damit auf. Nicht nur das, sie prägen diese Zeichensprache auch. Botschaften werden auf ein Minimum reduziert und in „Chat-Sprache“ verfasst. Begriffe werden durch Icons ersetzt, denn der Mensch orientiert sich zunehmend an Piktogrammen und Bildmarken. Marken kommen ohne Worte (Wortmarken) aus. Ein rotes Dreieck assoziieren wir mit Tafelwasser und einen blauen Vogel mit Instant Messaging. Auch das Logo von HELLO STAGE zollt dem Trend zur Reduktion Tribut. Die reduzierte Form gewährleistet, dass das Logo als so genanntes Favicon funktioniert. Die Farbgebung sorgt für die notwendige Signalwirkung und die Facetten verleihen dem Zeichen eine gewisse Lebendigkeit.

Lebendig muss auch das visuelle Erscheinungsbild sein. Vorbei ist die Zeit der Design-Bürokratie, die sich in zentnerschweren Corporate-Design-Manuals manifestiert und jeden Ansatz von Individualität im Keim erstickt. Den Living Brands oder Dynamic Identities gehört die Zukunft. Derlei flexible Konzepte gewährleisten ein Höchstmaß an Varianz, trotz oder gerade wegen der Reduktion der Regeln auf ein Minimum. Für Variantenreichtum sorgt häufig ein Gestaltungs-System, bestehend aus diversen, wandelbaren Design-Elementen. Ein Beispiel dafür ist das Zeichensystem für die Arbeitsstelle „Reformation im Norden“. Mit diesem Projekt positioniert sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland im Hinblick auf das Reformationsjubiläum in der Öffentlichkeit. Das Erscheinungsbild bildet den visuellen Rahmen für Kommunikationsmaßnahmen bis zum Jubiläum im Jahr 2017 und darüber hinaus. Den visuellen Anker und den kleinsten gemeinsamen Nenner stellt ein Zeichen dar, das aus fünf Ringen besteht. Die Überschneidungen der Ringe lassen Symbole entstehen. Jedes Symbol steht für einen inhaltlichen Aspekt. So symbolisiert z. B. der Stern den Norden (Nordstern). Das System entstand mit dem Ziel, die Erneuerung und den Wandel (Reformation) zu transportieren. Gerade die Reduktion auf eine simple Geometrie lässt unzählige Gestaltungsvariationen zu und gewährleistet einen spielerischen Umgang.

klaar_refo_2Die Reduktion der Fläche oder die Miniaturisierung im Design eröffnet somit ungeahnte Möglichkeiten für den Gestalter. Wir kennen das von der Entwicklung im Bereich der Tonträger-Industrie. Das Design großformatiger Schallplattenhüllen schrumpfte auf CD-Größe. In Zeiten von Musik-Downloads wird das Cover weiter zu Miniaturen auf dem Display eines iPods eingedampft. Vieles schleicht sich heimlich in unser Leben, ohne dass wir eine Veränderungen bewusst wahrnehmen. Anderes wird kleiner oder sogar klammheimlich verschwinden. Was bleibt ist die stete Herausforderung für den Designer. Und wenn wir in Zukunft Informationen über spezielle Brillen mit eingebautem Display abrufen werden auch die Nacken- und Rückenschmerzen verschwinden.

Veröffentlicht im Jahrbuch  „Der goldene Funke“ anlässlich des Wettbewerbs
„Deutscher Preis für Wirtschaftskommunikation 2014“
Herausgegeben vom Verein zur Förderung der Wirtschaftskommunikation e.V.
Nomos Verlagsgesellschaft

ISBN 978-3-8487-1337-0

thorsten.greinus@klaar-design.com

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Forschungsprojekt Consumer Netizens

Neue Formen von Bürgerschaft an der Schnittstelle zwischen politischem Konsum und Social Web: Das Forschungsprojekt „Consumer Netizens“ ist am Seminar für Sozialwissenschaften der Universität Siegen angesiedelt und wird von Prof. Sigrid Baringhorst geleitet. Im Projekt werden ethischer, moralischer, sozialer bzw. politischer Konsum im deutschsprachigen Social Web untersucht. Klaar Design nimmt am Forschungspannel teil und erarbeitet ein Visual Essay.

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klaar_consumer_netizens_5Acht Wochen lang wurden sogenannte Partizipationstagebücher geführt. Diese gestatteten den Forscherinnen und Forschern einen Blick in den Alltag der Menschen. Wie äußert sich politische Einstellung in Konsumverhalten und Mediennutzung? Wo informieren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Möglichkeiten, sich politisch zu engagieren? Welche Rolle spielen Non-Profit-Organisationen (NPOs) dabei?

Eine-Welt-Läden, Bio-Supermärkte, Second-Hand-Shops – immer mehr Menschen achten darauf, wo und wie die Produkte, die sie kaufen, hergestellt wurden. Damit geben sie auch ein politisches Statement ab.

Zum Tagebuch kamen qualitative Interviews.

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